'Heute besuche ich mich. Hoffentlich bin ich daheim.' Carl Valentin                  Bild: Andamanisches Meer - an einem Strand in Thailand
MEIN ERSTER TAG - Wie sonst wär heute ich am Leben?                         - Betrachtung 1 -
Die Sterne leuchten. Ein Jubelblitz trifft mich: "Du, liebes Kind. Willkommen. Herein. Gut bist du und schön."
Dein Schöpfer-Ja rührt mich, macht mich lebendig. Ohne Widerspruch hüpf ich ins Leben
und stimme ein. "Aah.Ooh.Mmh." Ich lebe, liebe, wachse und bin still.
Ich öffne die Augen in der Nacht.
Ich schaue hinaus, ich lausche.
Liebe, Freude und Verbundenheit umfangen mich: Mein erster Tag.

In langer Traumzeit hänge ich an dir, du dunkle, golden-leuchtend, schöne Schöpfer-Göttin. Ich bin Teil und Abglanz deines
Lebens. Ich
lausche deinem Lied und trinke deinen Atem. Ich häng an dir mit einer Liebe ohne Grenze und Bedingung.
Unwissend-wissend trägt mich der seit Milliarden Jahren ununterbrochene Lebensstrom. Lebendig überstehe ich das Unglück
und das Glück aller Zeiten. In Mutters Leib geborgen und umsonst umsorgt wachse ich zum Menschenkind. An meinem Geburtstag
will ich hinaus, will in die Arme des weiten Universums und tu erwartungsfroh den Ur-Sprung auf die Erde.

Ihr, Mutter, Vater, gabt mir das Größte. Ihr reichtet weiter, was ihr bekamt, das Leben. Du, Mutter, gabst mir Liebe und Bedeutung,
du, Vater Zuhause, Heimat und das Lernen. Das Eure wurde das Meine an Glück, und auch an Schmerz. Mein Körper, Geist und
Gemeinschaftssinn
teilten mit euch Glück und Schicksal. Ein Strom trug mich und ließ mich wachsen. Mit eurer Liebe und der
Liebe anderer blieb ich am Leben. Im warmen Licht der Sonne erkundete ich dich, lockend-schöne Muttererde.
Doch dann, in
frühen Tagen geschah ein Bruch.
Ich suchte euch, als ich euch brauchte und fand dich, Mutter, Vater, nicht. Ein Weh ergriff mich.

Mein Puls schlug bis zum Halse. Ich war allein im wegelosen Wald. Ich rief, gab alles und schrie "Nein". Ich verwünschte die Erde.
Sie wurde fremd.
Mit Bitternis, mit 'Nirgends-werd ich-' und 'Von-nun-an-werde-ich-Schwüren' wurde ich ein Krieger. Ich durchstreifte
Land, Meere, Himmel. Auf hohen Bergen und festgemauert Burgen gewann ich Glück und Unglück. Ich wurde reich und wurde arm.
Doch
dann, nach langen Jahren, weckten mich
Sonnenstrahlen, die durch ein Fenste fielen. Ich schaute hinaus und sah mein fernes Leben
h
inter Coolness, Tapferkeit und Vergeblichkeit. Ich entdeckte überstandene Kindernot, versteckte Angst, Ohnmacht, Zorn und Trauer.

Ich sah die preisgegebene Liebe, Rettungen, und Zuwendungen von Mutter, Vater und anderen. Sie riefen: 'Willkommen. Gut bist du.'
Doch Bitternis und
'Nie-mehr-werd-ich-Schwüre' wollten ihren Thron behalten. Sie warnten: "Bleibe cool. Wir retten dich." Namenlose
Traurigkeit
führte mich vor ein geschlossenes Tor. Tränen sagten: "Schade, Mutter, Vater. Besser ging es nicht. Gut seid ihr und schön."
Mich besuchte Rumpelstielzchen, und ich fand seinen Namen.
Widerstrebend wagte ich das Unerhörte: "Ja, ich lebe, und ich liebe.
Liebe Mutter, lieber Vater, ich nehme es, alles, das Ganze,
mit allem Drum und Dran, zum vollen Preis, den es euch, kostete und den

es mich kostet. Ich mach was daraus, euch zur Ehre, mir zur Freude..."* Ich sah Euren und meinen Schmerz und verließ das kindliche
Gut-Böse-Denken, die vergeblichen Urteile, Forderungen, Opfer, Kriege und Zauberwünsche, die nach Göttern und nach anderen
Welten riefen, nach mehr Körper- oder Geisteskraft.
Ich stimme dem Geheimnis zu, dem Nicht-Wissen, der Ohnmacht und der
Vergeblichkeit. Ich öffne mich für Verbundensein und Liebe neu. Ich
danke dir, Mutter, Vater und euch vielen, die mir zum Leben halfen.
Ich schaue dich
, Anfang, dich, leuchtend Lebensmutter, und trinke aus der geheimen Quelle, die mein Herz schlagen macht bis heute.

Die hohen Herren und Damen der Burgen, Schlösser und Tempel fordern Unterwerfung und Streit für ihre Götter. Sie spielen das Lied:
"Gehorche. Erfülle deine Pflicht. Kämpfe. Werde stark. Werde Sieger." Sie versprechen Lohn und Leben. Du, Lebenssonne, schenkst
Freiheit und Freude einfach so ohne Gebote und Verbote.
Ich stimme meinem Menschenleben zu. Du, Sonne, wärmst uns zur Liebe
und Verbundenheit, zum Freisein und Gemeinsamsein, zum Personsein und zur Würde. Du
schenkst Fülle und auch Leere. Zu Findern
werden alle hier geboren.
Nicht aus dem Orient, ex occidente lux. Aus Abendlicht und Dunkel kommen Licht und Leben.

Du, Schöpfer-All, erschaffst die Energien, Elemente und die Galaxien. In Evolutionen formst du aus Molekülen lebendige Zellen, fügst sie
zusammen und erschaffst die für-einander-wirkenden Organe. Du stellst neben uns Geschwister, die sinnen-, fühl- und geist-bewegten
Pflanzen, Tiere und einander helfenden Menschen. Wir erleben Schönheit und Hässlichkeit, Wachsen und Vergehen
in stetiger Verwand-
lung. B
elebt von Geist, erkennen wir Regeln und Brüche: Die Ordnungen von Früher und Später, von Geben und Nehmen, von Kommen
und G
ehen schaffen Räume und Balancen. Wir betreten sie mit Bitte und mit Dank und achten Lachen und Weinen, die schöne

Luxusgabe Freude und dich, lebendiges Universum. Rätselhafte Gegenwart und Geist quellen aus deinem Dunkel. Etliche Male kreisen
wir mit der Erde um die Sonne, den leuchtenden Glücksstern unserer Galaxie. Alle Dinge wirken nebeneinander und miteinander. Du,
Universum, rufst uns in Liebe-schenkendes
Person-Sein. Dein großes "Ja" und unendliche Weiten umgeben uns. Wir staunen über unser
von Geist belebten, Worte-sprechendes Primaten-Dasein. Unser Herz antwortet deinem 'Ja' mit 'ich' und 'du' und 'wir'. So sagen wir zu dir,
unpersönlich-persönlich, geheimnisvolles Große, "Ja, du bist. Ich bin. Wir leben von dir und lieben deine Schönheit.
Danke. Bitte."
             Besinnung 1 © Klaus Bieback,12.7.2018, www.bieback.de, - K.Bieback:"Mitten im Schlamassel 2002, BoD-Vlg.
            * Zitat aus: Bert Hellinger, "Morgengebet des Lebens nach der Geburt"

    RÄTSELWELT       Unsere Vorfahren wussten nichts von diesem gewaltigen Universum. Die Erde erschien ihnen als Scheibe auf dem Meer. Über dem Firmament dachten sie sich launische Götter oder einen orientalischen Herrschergott, der von seinem Thron aus die Welt regiert. Heute entmythologisieren Wissenschaftler die Erde und einen Himmel, der immer phantastischer wird. Sie beschreiben, wie das Universum funktioniert, und sie entdecken schwindelerregende Weiten, Zeiten und Räume. Sie beschreiben das Universum voll mit Milliarden heller Galaxien und noch mehr dunkler Materie und Energie. Unsere Erde wimmelt von Leben, das durch Wachsen, Fortpflanzen, Sterben und Evolution immer neue Gestalten entfaltet. Einige Arten, zu denen wir menschlichen Primaten gehören, erfanden eusoziale Hilfe-gebende-Gruppen wie keine andere Tierart.

      Mit Zahlen und Werkzeugen zum Messen untersuchen wir Wirklichkeiten hinter dem Augenschein. Wir messen die Gewichte von Atomen und berechnen die Größe der Sterne, den Austausch in den Zellen, das Auseinanderdriften der kontinentalen Erdplatten und die zunehmende Entfernung des Mondes, zwei Zentimeter, im Jahr. Den Beginn des Weltalls mit einem Urknall aus dem Nichts rechnen Astronomen zurück auf 13,8 Milliarden Jahre. Vor 4,7 Milliarden Jahren bildete sich aus einer explodierenden Supernova, aus den von ihr erschaffenen Elementen und Staub: Sonne und Planeten. Unsere Milchstraße mit 200-Milliarden Sternen ist selber ein Staubkörnchen im All. Doch das Licht braucht 100.000 Jahre, um sie zu durchqueren. Sieben Jahre benötigt das Licht, um vom nächsten Stern, Sirius, bei uns anzukommen. Das Licht eines hellen Flecks am Nachthimmel, Andromeda-Nebel, wurde von unserer Nachbargalaxie, die 1.000 Milliarden Sterne hat, abgeschickt, als unsere Vorläufer vor 2 Millionen Jahren anfingen, Feuer und Faustkeile zu benutzen. Die Menschenähnliche, die die Lebensflamme bis zu uns weiterreichten, begannen vor 7 Millionen Jahren aufrecht zu gehen. - Albert Einstein schrieb aus seinem Urlaub an der Ostsee an einen Freund: "Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben: Entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder so, als wäre alles ein Wunder."

    Unsere Klugheit übt oft Kritik am Universum wie Jugendliche, die sich wünschen, Mutter oder Vater sollten anders sein. Mit ihrer Hilfe und der von anderen Menschen überstanden wir die Kindheit, die lebensgefährlichste Zeit. Wir bekamen Zuwendung, Nahrung, Schutz und Bedeutung. Falls wir eine glückliche Kindheit hatten, bekamen wir Gutes umsonst, ohne Mühe und Mangel. Als Erwachsene arbeiten wir für die Erfüllung unserer Bedürfnisse und die anderer. Wenn wir Gesundheit, Nahrung, Wohnung, Sicherheit und Wertschätzung haben, können wir fragen: Welche Freuden wählen wir jetzt?

     Eines Morgens im Traum erfasste mich eine Bewegung. Aus der Tiefe eines Ozeans stieg ein Vulkan auf und wurde zur Insel. Fische tummelten sich im Wasser. Blumen und Bäume wurzelten auf den Hügeln. Dazwischen krabbelten, flogen und rannten mehrbeinige und zwei-beinige Tiere. Menschen spazierten am Strand. Mutige balancierten mit kippeligen Brettern auf Meereswogen. Ich fragte die glücklichen Mitgeschöpfe: "Was ist gut am Leben?" Sie sagten: " Himmel, Erde, Meer und Leben sind das Gute." Ich fragte: "Wo finden wir Freude?" Etliche Philosophen der Insel antworteten: "In uns sprudelt eine Lebenskraft, die das Herz höher schlagen lässt."

     RÄTSEL - MENSCH      Ich fragte: "Woher kommen wir Menschen?" Sie sagten: "Millionen Jahre lebten wir wie die anderen Tiere unter der Lebens- und Überlebens-Auslese der Evolution. Für Menschen wurde es das Besondere, in Hilfe-gebenden Gemeinschaften zu leben. In Ich-Du-Wir-Gemeinschaten gaben sie einander Schutz und Glück. Sie teilten Nahrung, Wissen und Fürsorge. Tage schwerer Not schweißten sie zusammen. Sie taten das Notwendige gemeinsam, genossen Beisammensein, Dösen und Müßiggang. Sie wählten nicht das Leben als Einzelgänger wie die OrangUtans, nicht Sex als Problemlösung wie Bonobos, sie wollten nicht wie unsere Gorilla- und Schimpansen-Cousins die Führung von Alpha-Tieren auskämpfen. Frauen wählten nicht die faust- und lautstärksten Kerle als Partner, und die Männer nicht die unterwürfigsten Weiber. Männer und Frauen in den Gruppen wurden ebenbürtig. Sie mochten keine Reibereien mit Rangniederen und Ranghöheren. Sie lebten zusammen mit mehr oder weniger klugen, tollpatschig-dusseligen Ranggleichen, und jedes Gruppenmitglied trug mit an Gedeihen und Versagen." Das klingt nach problemeatischem Miteiander.

     Ich fragte die Insulaner: "Wie passen so widerstreitende Strebungen wie die Sorge für sich und für eine Gruppe in eine Person?" Sie sagten: "Eine sich abstimmende Gemeinschaft wurde ein starkes, lebendes 'Riesen-Wesen'. Zusammengeschlossen belohnten diese mit Vorteilen. Die Verteilung der Aufgaben forderte Abstimmung, ebenso die Verteilung der Beute und Belohnung. Sie mussten Geben und Nehmen, Treue und Untreue abwägen. In ihrem Gehirn bildete sich ein Gemeinschaftsinn, eine ständig prüfende Instanz. Sie warnte, tadelte oder lobte. Sie schickte Warn- und Schuldanfragen oder lobte mit Zugerörigkeitsgefühlen: 'Achtung! Gehörst du dazu? Behälst du die Freundlschaft der anderen?' oder: 'Du bist ein prima Kerl. Du bist ok. Du hast die Achtung der anderen.' Das ständige Abstimmen und Abwägen innerhalb der Gemeinschaft forderten das Gehirn heraus. Diese Arbeit hatte vielleicht mehr teil an seiner Entwicklung als die Erfindung von Tragebeuteln, Faustkeien, Speeren und die Nutzung des Feuers. Mit dem Gemeinschaftsinn entwickelte sich ein Persönlichkeitssinn, ein Selbstbewusstsein. Beide entschieden: Was tue ich als Mann, als Frau, als Kind und Dazugekommener in meiner Gruppe? Ist diese Kommunikation der Beginn von Bewusstsein? - Daneben gab es die archaische Regel, die ihr Zusammenleben ordnete: "Wer zuerst da ist, hat Vorrechte gegenüber später Dazu-Gekommenen." Die Alten hatten das Sagen gegenüber Jüngeren, z.B. gegenüber Kindern.

      Vor wenigen zehnrtausend Jahren begann eine neue Entwicklung, die Kulturzeitt. Die Menschen befreiten sich vom morgentlichen Schreien des leeren Magens. Sie benutzten ihre Intelligenz nicht nur zum Auffinden von Essbarem. Sie begannen Nahrung durch Züchten von Pflanzen und Tieren zu produzieren und Vorräte anzulegen: eine Erfindung, die wir Fortschritt nennen. Ihr Fleiß belohnte mit Sattsein, Besitz, Annehmlich-keiten und Vermehrung. Sie bezahlten mit Vorsorge, Lernen und Arbeit. Ein weiterer Preis war, den Frieden zu bewahren. Wenn sie diesen nicht zahlten, drehte sich Glück in Unglück. Mit der Erfindung der Landbewirtschaftung wurde ihr Blick auf die Natur ein anderer. Sie mussten sie zähmen und dienstbar machen. Über das Notwendige hinaus mussten sie fragen: 'Was ist das Gute und Schöne, dass Leben, Gedeihen und Glück erhalten bleiben?" Vor 2.500 Jahren lehrte der Weisheitslehrer Sokrates, man könne Weisheit erlangen, wenn Menschen auf schnelles, voreiliges Wissen verzichten und beim Fragen vom Nichtwissen ausgehen. Dann würde sich das Gute und Schöne zu erkennen geben. Viele haben Furcht vor Leere und Nichtwissen. Sie spüren einen 'horror vacui'. Für seine Weisheitslehre trank Sokrates den Giftbecher.

      RÄTSEL - PFLANZEN, TIERE     Woher kommen Pflanzen und Tiere? Was fiel der Natur ein, als sich vor 600 Millionen Jahren, im Präkambrium, Zellen zum gemeinsamen Leben entschlossen? Wunderliche Gene ließen Mehrzeller wachsen, die statt Schleim im Wasser seltsame Gestalten in Meer, Land und Luft entstehen ließen. Zellen stimmten sich ab und kommunizierten miteinander und mit der Umwelt. Organe bildeten sich - für Bewegung, Sinneswahrnehmung, Nahrungsaufnahme, Atmung, Information usw. Diese sorgten innerhalb von Pflanzen und Tieren für eine Mitte, ein gemeinsames Ganzes ohne Egoismus und Konkurrenz. Für bessere Weitergabe des Lebens und gegen Vergehen und Sterben erfanden die Zellen sogar die Geschlechter männlich und weiblich.

      Mit der Landbewirtschaftung durch Menschen änderten sich ihre uralten Lebensweisen. Nun wurden sie Pflanzer und Tierzüchter, Handwerker und Geschäftsleute. Die Pflanzen, Tiere und Kräfte der Natur wurden ihre dienenden Untertanen und Besitzstände. Mühsam mussten sie gezähmt werden. Alle werden auf ihren Nutzwert geprüft, werden Ware und in Geld gewogen. Austausch und Handel, werden groß und sind heute global. Die Zivilisation voll glücklich machender Reichtümer, Nahrungsmittel, Häuser, Waren, technische und gsundheitliche Entdeckungen bewegen Millionen Menschen. Keiner mag sie mehr missen. - Doch sie fordern einen Preis. Mit der Beherrschung der unpersönlich- sachlich und seelenlos gewordenen Umwelt melden sich unerwartete, zugehörige Probleme. Für die Mitlebewesen wurden Menschen die mächtigsten Raubtiere, die es je gab. Für die Menschen gab es Verheerungen und Vertreibungen durch Kriege, Freiheits-Beraubung durch Gewaltherrscher. Menschen leiden unter einer Art Entwurzelung. Sie wohnen unruhig in einer gespaltenen, heimatlos gewordenen Seele und in einem entseelten Universum. Manche glorifizieren dies. Viele verwünschen die Welt oder ihr Leben und werden Sucher nach einer Heimat in Aberglauben und Ideologien. Kapitalistische Wirtschaft und Reichtümer bescheren ungeheure Fortschritte. Heimlich aber rauben sie das Glück und uralte, menschliche Errungenschaften, die nicht mit Zahlen und Nutzwerten zu messen sind. Die Errungenschaften einer langen, menschlichen Werdegeschichte - Verbundensein, Personsein, Mitgefühl, Liebe, Freiheit, Wertschätzung und ihre ruhige Weisheit - schrumpfen und versickern. Diese melden sich nur leise und werden übertönt von dem Getöse einer lauten, schreienden Aufregung und Konkurrenz. Besonders in der sensiblen Kindheit von Mutterleib an sind sie die notwendige Zuwendung und der Raum zum Wachsen in ein erfülltes Erwachsensein. Ihre unzulängliche Erfüllung stürzt in spannungsvolle Unruhe und Unzufriedenheit. Doch niemand, der Reichtum und Segnungen der Kulturwelt kennengelernt hat, will sie missen und in die Steinzeitwelt zurück. Wir zahlen einen Preis dafür: Überall warten Probleme, um die man sich kümmern muss. Für welchen Fortschritt, für welches Menschsein und von welcher Grundhaltung her suchen wir Lösungen? - Ist es Machtgewinn? Zählen Liebe, Frieden, Freude?

       Viele Menschen heute sind von Entdeckungen und Erkenntnissen begeistert. Künstler und Wissenschaftler haben Einsichten, Einfälle, Eingebungen und Einblicke. Nie gab es so viele wie heute. - Einst führten Sokrates, Buddha, Jesus, Paulus, Kopernikus, Luther, Galilei, Kant, Darwin, Mendelejew, Einstein in neue, geistige Räume. Wegen ihrer Fragen an Hergebrachtes und in das Dunkel des Nichtwissens wurden sie früher als Sonderlinge verlacht oder mit Bann bestraft. Heute verehrt man sie manchmal als Helden oder Götter. - Welche Erkundungen führen uns in eine belebte, beseelte Verbundenheit mit uns selber und der Welt? -  Uns umgibt eine Wunderwelt. Durch unser Wissen wird sie immer geheimnsisvoller. Wir staunen über unsere Werdegeschichte. Dich, rätselhaftes Universum, lieben wir. Wir lieben deine Schönheit und bitten um Wissen und Öffnung für ein beseeltes Leben in Verbundenheit "

    Im Garten - die Sammlung.   Für einige Augenblicke gehen wir aus den Routinen unseres Alltags: Wir gehen den kurzen Weg durch ein Tor in unseren Garten. Wir nutzen den Schlüssel 'Zeithaben und Liebe', eine Minute oder länger, für eine Besinnung. Wir sehen die Geschenke Leben und Verbundensein. Wir sehen Fülle und Mangel, Glück und Schmerz, Kluges und Törichtes, Rettung und Tod. Wir schauen zu Mutter, Vater und Vorfahren, wie sie Kinder waren und Erwachsene, wie sie lebten und lernten. Wir schauen weiter bis in das Helle und Dunkel unseres Urgrunds. Ein wundersamer, erster Tag macht ihn hell.


Dasein - und Zustimmung