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GESPRÄCH MIT PAAREN: Gemeinsam in einer freundlichen Atmosphäre sprechen Sie über ihre Liebe und ihren Schmerz. Sie schauen die verbindenden und trennenden Energien. Sie sprechen miteinander in einem unterstützenden Gespräch mit einem erfahrenen Therapeuten. Sie prüfen Wünsche, Energien und Weg zu einem Miteinander in Freude.
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Brief an ein zerstrittenes Paar Das Glückshormon "Immer wieder streiten wir uns über Kleinigkeiten. Seit zwei Wochen sind wir sauer und reden nicht miteinander ..." Liebes
Ehepaar, Wer sich auf die Liebe zwischen Mann und Frau einlässt, öffnet sich für die Tiefenschichten seiner Seele und für die des anderen. Wir erleben das Glück der Liebe und eines gemeinsamen Lebens. Wir merken in uns eine Kraft, die dem anderen gerne Gutes schenkt. Beim Verlust des Geliebten empfinden wir unsagbaren Schmerz, und bittere Tränen fließen. Stunden der Liebe leuchten als das Größte. Doch neben dieser Freude melden sich Spannungen. Unerwartete Gefühle aus fernen Tagen, als wir das Leben lernten, tauchen auf. Uralte, unerfüllte Bedürfnisse und Eigenheiten sind darunter. Die kindliche Seele in uns ist eine Kämpferin. Ihr geht es um Überleben. Nach der Zeit wundersamer Verliebtheit wird jede Partnerschaft im Alltag gelebt. Die Kämpferseele in uns warnt: "Nähe kann gefährlich sein. Ich muss aufpassen." Unvermittelt bricht Streit aus, und aus friedlichen Partnern werden Gegner. Die Kämpferseele in uns greift an mit Fordern, Vorwürfen, Rückzügen und Geschrei: "Du machst, dass ich mich schlecht fühle. Hör' sofort auf damit!" Ein Krieg mit vielen Verletzungen beginnt und kann lange dauern. Wenn Partner unglücklich oder zornig werden, sind Forderungen oder Vorwürfe die erste Reaktion des kindlichen Teils unserer Seele. Wir fühlen uns unverstanden, als würde die Liebe aufgekündigt, und als würden wir allein gelassen. Die kindliche Kämpferseele in uns, die bei Mutter und Vater einst um das physische und psychische Überleben rang, sagt z.B.: "Wenn ich meine Wünsche laut schreie und Forderungen, Beleidigungen und Belehrungen anfüge, werden sie sich mir am schnellsten zuwenden und meine Wünsche erfüllen." Vorwürfe und Forderungen des Partners setzen bei kampferprobten Männern und ebenso bei sanften, lieblichen Frauen raffinierte Gegenmaßnahmen in Gang. Pfeile werden geschärft und heimlich abgeschossen. Sie kränken Herz und verletzen die Liebe der Partner. Wenn diese Mittel zu Klärung und Miteinander helfen würden, wäre es ja schön. Selbst eine alles verzeihende Liebe - ein vielgepriesenes Zaubermittel - nimmt Groll und Zorn nicht aus den Herzen. Ihr habt Euch zusammengetan, um das Leben gemeinsam schöner zu machen. Viel Gutes verbindet Euch. Eure Verletzungen und Schuldzuweisungen nicht dem anderen anzulasten und gute Konflikt-Lösungen für die gegenwärtigen und die alten Probleme zu finden, ist eine ungewohnte Arbeit für jedes Paar. Oft ist sie Euch gelungen, so dass Ihr nun schon lange zusammen lebt. Die Lösung zu einer sich immer wieder erneuernden, erwachsenen Gemeinsamkeit ist geheimnisvoll und tief wie die Liebe. Sie ist leicht, wenn wir dem anderen verbunden sind. Sie kommt aus einer freundlichen, umsichtigen, selbstbewussten Geistigkeit, die sich mit dem Leben versöhnt hat, den Blick weitet und das Umfeld in ihr Schauen einbezieht. Sie achtet den Partner und fragt auch nach seinem Befinden. Sie prüft: Bewirken meine Worte und Taten Gutes? Zuhören und sich miteinander Austauschen haben wohltuende Wirkung, wenn auch der andere sich darauf einlässt. Bedeuten Euch Partnerschaft und Ehe etwas? Kinder brauchen Eltern, die zusammenstehen. Mann und Frau können auch ohne Partnerschaft und Liebe zurecht kommen. Was sind Eure Erwartungen an Eure Ehe? Ist Euch Nähe wichtig, die sich an einem gemeinsamen Leben freut? Macht-, Kontroll- und Unterwerfungswünsche mit ihren Rat-Schlägen drängen sich oft vor. Einer Kämpferseele versprechen sie Sicherheit und Zufriedenheit. Der Preis ist Kampf mit dem Partner. Nun erreicht Euch ein Lockruf. Er ist in eine schlichten Frage: "Was dient dem Leben zum Gedeihen und zur Freude im gewöhnlichen Alltag jetzt und in der Zukunft bei mir und dir?" Glücklichsein ist keine Bedingung des Lebens. Aber schlecht ist es nicht. Vom Geist, der den Einklang mit dem Leben sucht, kommt eine Einladung zur Freude. Dem Leben wohnt eine Kraft inne, die sich entfalten möchte bei uns und anderen. So ist Glück nicht nur ein momentanes Freudenereignis sondern die Kette kleiner Taten mitten im Alltag mit seinen Höhen und Tiefen. Wenn beide Partner die Frage hören, ist dieses Glück nicht weit. Die Freude,
die aus dem Einklang kommt, ist mehr als der vom Alltag abgehobene Jubel.
Sie ist kein egoistischer Trip eines Selbstverwirklichers. Wir wohnen in einer wunderlichen, zerbrechlichen, vom Sonnenlicht beschienenen Zeitblase von 70 bis 80 Jahren. "Dann is'et vorbei", sagt die Kölner Karnevalsweisheit. Wir füllen unsere Zeit mit Freudemomenten. Wir verschwenden die Zeit nicht mehr mit Zorn, der Schmerz in die Welt tragen oder wenig Chancen zu Gedeihen und Freude haben. Das Leben trägt schon genug schicksalhaftes Leid heran, dem wir begegnen müssen. Darüber wäre ein anderes Mal zu sprechen. Wir füllen die Zeit mit Freudemomenten, soweit es geht. Die Aufgabe ist leicht und schön. Sie hat mit der Liebe zu tun, die in Eurem Herzen wohnt. Beide Partner geben ihr ein wenig den Vorrang und versöhnen sich nach Streit. Was
tue ich von Moment zu Moment für das Bündnis zu Gedeihen und
zur Freude bei mir und dir jetzt und in der Zukunft? Können
wir Geist und Herz für diesen Lockruf öffnen? Ihn zu hören,
wirkt als Glückshormon. |